4.11.2006: Protest vor die tschechische Botschaft getragen
 
Trotz des miesen Wetters demonstrierten heute in Berlin Mitglieder der Jugendorganisationen SDAJ, Solid und Revolution sowie der DKP und der Linkspartei gegen das vom tschechischen Innenministerium verhängte Verbot des Kommunistischen Jugendverbandes (KSM). Der Demozug bewegte sich vom Bahnhof Friedrichstrasse zur tschechischen Botschaft in der Wilhelmstrasse.
 
Da die Polizei der Meinung war, die Demonstration dürfe nicht die Fahrbahn benutzen, überraschte die Demo zahlreiche Berliner Passantinnen und Passanten, als sie ihnen lautstark und mit vielen roten Fahnen auf dem Gehweg entgegenkam.
 
Die Rednerinnen und Redner der beteiligten Jugendverbände forderten eine sofortige Einstellung der Repression gegen die tschechischen JungkommunistInnen und erinnerten an die Geschichte antikommunistischer Repression in Deutschland. So wurden bis heute das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Freien Deutschen Jugend (FDJ) nicht aufgehoben.

Männe Grüss, Bundesvorsitzender der SDAJ, berichtete in seinem Beitrag auch über die internationale Solidarität mit der KSM. So habe es neben mehreren deutschen Städten auch in Österreich und Griechenland Protestkundgebungen vor den tschechischen

Vertretungen gegeben. Solidaritätsbekundungen für die tschechischen GenossInnen kamen aus aller Welt, so aus Venezuela, von der iranischen Tudeh-Partei, aus Polen, der Slowakei, Serbien und vielen anderen Ländern.

Mehrere Jugendliche verbanden sich symbolisch den Mund und zeigten Schilder mit der Aufschrift: "Das Innenministerium erklärt: Kritik am Kapitalismus ist verboten". Damit bezogen sie sich auf die offizielle Begründung des KSM-Verbotes durch die tschechische Regierung, die eine Forderung der Jugendlichen nach gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln als Grund für die Illegalisierung herangezogen hatte. 

 

Quelle: RedGlobe

 

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